Wir waren in Frankreich

Voll im Wind
Wir sind tatsächlich
am  Sonntag, 26.10.2015, zum Gegenbesuch nach Frankreich aufgebrochen. Im Vorfeld musste einiges organisiert werden: das Programm, die Finanzierung (dem Jobcenter sei Dank!!), die Reisedokumente, die Kofferliste... . Aber dann standen alle mehr oder weniger gespannt auf Gleis 1 des Wuppertaler Hauptbahnhofs... und der Zug hatte 10 Minuten Verspätung, Verspätung, die wir uns eigentlich nicht leisten konnten, wenn wir alle vier weiteren Anschlusszüge pünktlich erreichen wollten. Es wurde knapp, klappte aber - diszipliniert wie wir waren - reibungslos (in Belgien fahren die Züge nämlich pünktlich). Nach gut sechs Stunden

trafen wir in der Jugendherberge von Dunkerque ein, bezogen die Zimmer und saßen auch schon zum "warm up" mit den TeamerInnen Marie und Lukas und den FreundInnen aus Tourcoing, die auch gerade angekommen waren, im Seminarraum zusammen. Anais und Amar hatten ein paar bekannte Gesichter dabei und ein paar neue. War bei uns auch so, einige kannten sich aus der Begegnung im April, für viele war es aber eine unbekannte Gruppe. War schon anstrengend, jetzt noch mal ruhig auf dem Stuhl sitzen zu müssen und sich in eine fremde Sprache einzuhören, selbst, wenn alles bis ins Kleinste übersetzt wurde. Das Abendessen schmeckte gut (in Frankreich isst man abends richtig ein Menue mit Vorspeise, Salat, Hauptgericht und Dessert).

 

Über die nächtlichen Aktivitäten schweigen wir hier vornehm, nach der ersten Nacht wurden jedenfalls die Türen ganz leise geschlossen, dummerweise filmte die Videoüberwachungskamera im Flur den nächtlichen Matratzenumzug... Eigentlich mussten alle davon ausgehen, dass um 22:00h Schicht war. Dummerweise trauten die Erwachsenen dem Braten nicht so ganz und setzten sich provokativ bis weit nach Mitternacht auf den Flur...

Sprachübung 2
Montag wurde erst einmal wieder zusammengesessen und Sprachtraining gemacht, mittags war Strandpromenade und Selbstverpflegung (die Pommes sind schon Klasse!) angesagt, Hafenimpressionen 1
nachmittags Stadtrallye und Auswertung. Nach dem Diner durfeten wir endlich an den unendlichen Strand.

Am frühen Morgen
Dienstag (ganz früh!!) brachen wir auf zum Strandsegeln. Ganz früh, weil wir von den Gezeiten abhängig waren, denn Strandsegeln geht nur bei Ebbe und die war schon um 8 Uhr. Wenn der Wind ein bisschen kräftiger geblasen hätte... Strandsegeln ist nicht so kompliziert, wie es aussieht, man liegt in einer kleinen windschnittigen Karre, zieht das Segel an und dann braucht's Wind oder Freunde, die einen über den Strand bewegen. 

Nachmittags brachten wir unseren französischen Freundinnen und Freunden die Geheimnisse der "Bergischen Kaffeetafel" bei, und dann mussten wir in bilingualen Gruppen kreativ werden. Die einen fühlten sich als Strandsand, der nie richtig trocken wird und immer nur von Füßen getreten wird, eine andere Gruppe fantasierte eine Kurzgeschichte über den nächtlichen Anstoß zum Matratzenballett. Sprachübung 3
Das alles sollte die "Radiosendung" vorbereiten, die wir am Donnerstag im Studio von "Radio Rencontre" gestalten sollten... Aber nach dem Diner ging's erst einmal bis zum Bettgehen an den Strand. Eigentlich kann man da Tag und Nacht zubringen, den Wellen lauschen, in die Ferne schauen, den Wind spüren... (Firat hatte aber auch seine Bluetoothbox dabei, damit es nicht ganz so romantisch wird...)Nachtbrücke

 

 

Mittwochs  war auch wieder frühes Aufstehen angesagt... und dann fuhr uns der Linienbus zum Bahnhof vor der Nase weg, nicht, weil wir getrödelt hätten, der Bus war einfach zu früh! Also Beine in die Hände, eine halbe Stunde zum Bahnhof, eine Stunde mit dem Zug nach Lille, runter in die U-Bahn. Und dann gab es kein Pardon. Die fahrerlosen Züge rasen in die Station, die Sperren öffnen sich und schließen sich auch gnadenlos. Da guckt eben niemand mehr, ob da noch Menschen einsteigen wollen. Wir haben es jedenfalls geschafft, verletzungsfrei in Tourcoing anzukommen, wo wir schon im Jugendzentrum unserer französischen Freundinnen und Freunde erwartet wurden. Nach Pizza und Cola gab es ein exklusives Konzert von Firat, der mit seiner Interpretation von "all of me" die Herzen im Sturm eroberte, Lukas stand ihm in der Publikumsgunst aber nicht nach, obwohl er ein selbstgeschriebenes vergnügliches politisches Lied über ein Mädchen mit drei Armen (Atomunfall!) vortrug.Lucas
Nach einem Besuch in den Filmstudios von Tourcoing ging es zum Abendessen zurück nach Lille. Rushhour. Die kurze Zeit in "EuroLille" - einem riesigen Einkaufscentrum - war eher anstrengend. Hier halten sich keine Jugendlichen zum Chillen auf, hier wimmelt es vor Security, hier hetzen die Passanten zielgerichtet zu den Shops, in denen sie etwas kaufen möchten. Jugendliche, die nur gucken wollen, fallen sofort auf und werden kontrolliert. Überhaupt standen und gingen überall schwer bewaffnete Militärpolizisten im Bahnhof von Lille.

beruhigende Worte vor der Aufnahme
Am Donnerstag hatten wir dann unseren Studiotermin bei "Radio Rencontre". Alexandre, der Tontechniker, bereitet uns geduldig auf die Sendung vor, passte Mikrofone und Kopfhörer an und gab Nasser, dem Mann an den Schiebern, das Aufnahmezeichen. Wir sind gespannt, was dann von uns auf Sendung geht, denn natürlich haben wir keine Livesendung gestaltet.Gib alles

Den Nachmittag konnten wir in der Stadt verbringen. Mittlerweile musste auch niemand mehr ansagen, dass wir möglichst in deutsch-französischen Gruppen unterwegs sein sollten, das war ganz selbstverständlich. 

An der abschließenden "Evaluation" hatten auch nur noch die Erwachsenen Spaß(?), Marie hatte ihre Mühe, uns noch zu irgendeiner Äußerung zu motivieren.

Da ist doch ein gemeinsamer Abschlussabend auf der Bowlingbahn viel aufschlussreicher.

 

Am Freitag waren wir dann leidlich platt, verabschiedeten uns kurz und schmerzlos, denn wir wollen uns ja wiedersehen.

A la prochaine

Die Zugfahrt bis Aachen war - trotz aller Umstiege - entspannt, aber in Aachen tobte der Punk, Zugausfälle, Verspätungen und Freitagsrückreiseverkehr. Und trotzdem kamen wir auf die Minute pünktlich wieder in Wuppertal an.

 

 

 

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